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Themen - Notebookklassen Notebook-Klassen - FAQs |
Wie werden bei Ihnen die Notebookklassen zusammengestellt? Hier gibt es zwei Modelle: Anfang des dritten Jahrgangs entscheiden sich die SchülerInnen für eine Notebook- oder Nicht -Notebookklasse. Wir bevorzugen die zweite Variante, bei der sich SchülerInnen und Eltern bereits beim Schuleintritt festlegen. Bei uns startet der Notebookeinsatz mit dem Beginn des zweiten Jahrgangs. Manche fragen, ob der Unterricht mit Notebooks bereits im ersten Jahrgang beginnen soll. Das finden wir nicht nur im Hinblick auf die Lebensdauer der Notebooks problematisch. Braucht man für den Unterricht in Notebookklassen besondere EDV-Erfahrung? Nein. Genau genommen sehen wir es als Umweg an, sich am Projektanfang auf die Suche nach exzellenten Fach-Didakt ikern zu machen, die (auch) eine EDV-Karriere hinter sich haben. Das parallel laufende Schulungsprogramm wurde von uns so angelegt , um aus jeder interessierten KollegIn der Schule eine Notebook-LehrerIn zu machen. Wie hat die Weiterbildung für die Unterrichtenden funktioniert? Sehr gut! IT-Schulungen und Didakt ik-Workshops sind für das Gelingen eines Notebookprojekts essent iell. Der Umfang dieser Maßnahme übersteigt die übliche „Nachbarschaftshilfe“ zwischen LehrerkollegInnen bei weitem, hier müssen nicht unbeträchtliche Mittel vorgesehen werden. In unserem Fall war in FuTour ein entsprechender Budgetansatz vorgesehen. Übrigens haben alle Veranstaltungen als SCHILF23 in der unterrichtsfreien Zeit stattgefunden. Wir haben sogar eine eigene Schulungsleiterin, Kollegin Kremser. Darf sie Ihre weiteren Fragen beantworten? Sollte jede/r Unterrichtende/r ein Notebook haben? Hier dürfen Sie keine direkte Antwort von mir erwarten. Durch einen nicht unbeträchtlichen Aufwand wie Lehrer-PCs in den Klassen und einem eigenen Vorbereitungsraum haben wir immer darauf geachtet, dass sich die Lehrer- KollegInnen nicht gezwungen fühlen selbst ein Notebook anzuschaffen. Andererseits spricht viel dafür, dass der Einsatz dieses Arbeitsbehelfs auch von der Lehrerseite den schon erwähnten Evolutionsprozess besonders stimuliert. Derzeit verfügen über 20% der LehrerInnen der Wassermanngasse über ein eigenes Notebook. Notebooks sind teuer!? Sie werden auch gestohlen und gehen zu Bruch. Das gilt auch für die Lehrer-Notebooks. (Anmerkung: seit Erscheinen der kleinen Netbooks auf dem Markt ist auch dies kein vordringliches Thema mehr). Arbeiten die Unterrichtenden im Team? Generell ist es wünschenswert, dass die LehrerInnen die Notwendigkeit sehen im Team zu arbeiten, wie sie es von den SchülerInnen erwarten. Unsere diesbezüglichen Erfahrungen in FuTour sind durchwegs positiv. In Futour kam eine schulinterne Steuergruppe zum Einsatz – warum? Auf die Wichtigkeit der Steuergruppe wurde schon hingewiesen. Ein wesentliches Ziel bei der Projekteinführung ist relativ rasch eine „kritische Menge“ an LehrerInnen für den Unterricht in Notebookklassen zu gewinnen. Aquisitionspfade sind hier die Fachgruppen, die über „SprecherInnen“ in der Steuergruppe vertreten sein sollten. Wichtig ist die Einbindung der Klassenvorstände, die Anlaufstelle Nr. 1 bei pädagogischen und organisatorischen Problemen beim Notebookeinsatz, aber auch beim Ankauf der Geräte durch die Eltern sind. Kommt bei der Technik nicht die Didaktik zu kurz? Wir haben bei der Gestaltung der Klassen darauf Rücksicht genommen, dass die Technik „zurücktritt". Die Klassen sehen aus wie normale Klassen, keine Spezialeinrichtung. Durch die Funkanbindung ist die Verkabelung „unsichtbar“ . Technik soll in unserem Verständnis eine Ressource darstellen - wie sie genützt wird, obliegt den LehrerInnen und SchülerInnen. Generell sehen wir aber Ressourcen als stimulierend an, besonders für den didaktischen Prozess. Nun zum didaktischen Teil der Frage: Ursprünglich haben wir uns Unterstützung seitens der Wissenschaft erhofft , die aber nicht in allen Bereichen flächendeckend war. Wir haben uns einen eigenen Reim darauf gemacht: Neue Didaktik ist offenbar empirisch und lässt sich nicht in jedem Fall „erdenken“. Neue (Medien- )Didakt ik heißt für mich zu allererst selbst Lernender zu sein und dann - den Lernenden auf die Finger zu schauen. FuTour hat gezeigt, dass in der Unterrichtsarbeit die Notebook-User (SchülerInnen) viele der Innovationen selbst induziert haben. Jugendliche schauen zu viel fern – jetzt surfen sie auch noch im Internet ... Für den Lehrerausbildner Dkfm. Töpel sind Fragen der adäquaten Mediennutzung und ethische Aspekte vor allem Sache des Elternhauses. Nach Berichten der Eltern hat sich die private Internetnutzung (nach einigen Nächten mit roten Augen) rasch auf ein vernünftiges Maß eingependelt. Das Ausbildungsübereinkommen soll dabei die Eigenverantwortung der SchülerInnen stützen. Zusatzfrage: ist das Internet im Unterricht nicht sehr ablenkend? Ganz sicher. Vor allem der lehrerzentrierte Unterricht lässt viel Freiraum für kommunikative Zweitbeschäftigungen. Als sehr praktisch hat sich übrigens der Deckel des Notebooks herausgestellt, der sich zuklappen lässt. Mit diversen Werkzeugen lässt sich der Internetkonsum an der Schule gut kontrollieren. Bisher sahen wir keinen triftigen Grund einzuschreiten. Der „Missbrauch“ liegt im wesentlichen im Download von Musikdateien, die den verbleibenden Querschnitt für die restliche Schule reduzieren. Statt mechanischer Internetbremsen empfehlen wir daher eine schülergenaue Kostenerfassung (mit einem großzügigen freien Downloadvolumen). Kann Schummeln verhindert werden? Ja, es kann verhindert werden. Ein eigener Testaccount für jede Schülerin kann das Zugreifen auf das Internet, die lokale Plat te im Notebook und alle Verzeichnisse am Server sowie den Infrarotport während einer Leistungsfeststellung verhindern. Bei Hausübungen ist das etwas komplizierter, da das Kont rollmedium Handschrift entfällt . Trotzdem glauben wir, dass die Frage in die falsche Richtung geht : Erstens wollen wir mit dem Projekt die Autonomie der Lernenden stärken. Zweitens wollen wir gerade die kommunikativen Talente und das Wissensmanagement der „Neuen Medien“ nützen. Irgendwie ist Schummeln dafür ein unpassender Begriff ( ...) Im Ausbildungsübereinkommen haben wir fixiert , dass die Taskleiste in Windows immer sichtbar sein muss. Das bietet eine relativ einfache Möglichkeit die Schüleraktivitäten zu beobachten, wenn man sich hinten in die Klasse stellt. Braucht eigentlich jede Klasse einen Videobeam? Ja, leider! Eine Notebookklasse ohne Videobeam, die moderne Form der grünen Tafel, ist für uns nicht denkbar. Preisgünstige Alternativen gibt es zur Zeit leider nicht. Oft wird das Tool Mastereye oder NetOp vorgeschlagen. Vorweg: Die damit mögliche mechanische Kontrolle von Schüleraktivitäten lehnen wir strikt ab. Interessant finden wir aber die integrierte Helpdesk-Funktion, die man wahrscheinlich beim Distance Learning gut einsetzen kann. In der HAK/HLW Rohrbach wird dieses Tool für Präsentationen von der Schulbank aus eingesetzt, was wir sehr spannend finden: Die SchülerIn überträgt ihren Bildschirminhalt auf den am Videobeam angeschlossenen PC und macht ihn so für die Klasse sichtbar. Allerdings benötigt man dafür wieder einen Videobeam. Bei den Lernumgebungen haben Sie einen Rückzieher gemacht – warum? Das stimmt nicht – es wurde nur abgewartet. Im Rahmen von FuTour hat sich einmal mehr bestätigt, dass die organisatorische Struktur Klassenraum (gemeinsam mit Netz und Internet ) anregende Lernumgebung Nr. 1 bleibt. Reserven im jetzigen Modell sehen wir nur in der Erweiterung des Bereichs kooperativer und kollaborativer Lernformen mit Betonung des synchronen Bereichs. Und in der autonomen Wissensorganisation des Lernenden. Eine Analyse der Datenstruktur hat ergeben, dass die diesbezüglichen Möglichkeiten der Standardprodukte (Office und Netzwerk-Betriebssystem) bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind. Besonderes Verkaufsargument wäre der Support für die Aufzeichnung der Mitarbeit administrative Lehrertätigkeiten wie Klassenbuch. In den genannten Punkten sehen wir die Unterstützung der uns bekannten „Neuen Lernumgebungen“ noch nicht. Welchen Einfluss hat das Projekt auf die Schulgemeinschaft? Im Sinne einer Neuinterpretation des Begriffs Community interessieren sich die Eltern mehr für den Unterricht ihrer Kinder. Sie wollen nicht nur wissen, ob die Investition Notebook gut angelegt ist, sondern unterstützen die Schule in vielerlei Hinsicht. Ein Vater, der Optiker ist , führte bei allen Notebook-SchülerInnen eine optometrische Vermessung durch. Durch Elterninitiative wurde vom TÜV Österreich der Elektrosmog im Klassenraum gemessen. Ein Architekt bot an, das leidige Thema Beleuchtung in den Notebookklassen einer Lösung zuzuführen. Weiters wurde von einem Elternteil der Notebookaufsetztag abgewickelt. Für das Gesamtgefüge ist die Gleichbehandlung von Notebookklassen und Nicht -Notebookklassen ein wichtiges Thema. Ein Videobeam ist in allen Klassen (nicht nur in Notebookklassen) wünschenswert! Hier muss man die Eltern langfristig darauf vorbereiten, dass nach Ablauf des Projekts die der Klasse vier Jahre zur Verfügung gestellte Medienausstattung mitzufinanzieren ist. Auszug aus der Publikation "FuTour - Notebookprojekt von Christian Schrack |
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30.03.2009
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