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Archiv - Bericht
Rückblick: Open Source Day in Eisenstadt

Der BesucherInnenandrang beim Open Source Day am Mittwoch, dem 20. Februar 2008 übertraf alle Erwartungen der Veranstalter, und sowohl das Plenum am Vormittag als auch die einzelnen Workshops am Nachmittag waren zum Bersten voll.

Gerhard Schwed (Donau - Universität Krems) brachte uns in seinem Vortrag mit dem Titel „Das Prinzip Freiheit – Warum freie Software die Technologie, Kreativität, Wirtschaft und Gesellschaft voranbringt“ den Unterschied zwischen Open Source Software (deren Quellcode frei zugänglich ist) und Freier Software (die für jeden Zweck genutzt, studiert, bearbeitet und in ursprünglicher oder veränderter Form weiterverbreitet werden darf, einschließlich kommerzieller Nutzung) nahe.

Begriffe wie „Allmende“ (eine Rechtsform gemeinschaftlichen Eigentums) oder Stigmergie (ein Konzept der Kommunikation in einem dezentral organisierten System mit einer großen Anzahl von Individuen, z.B. bei Ameisen oder Termiten) lassen sich auf die Idee von Open Source übertragen und zeigen neue Wege und Denkweisen, die sich die Wissensgesellschaft zu eigen macht bzw. zu eigen machen sollte.
In einer anschließenden Podiumsdiskussion sprach MR Dr. Christian Dorninger über die Versorgung der Schulen mit Software, (u.a. Mietlizenzen), wobei sich der Schwerpunkt der Entwicklung derzeit weg von der "Techniklastigkeit" vermehrt zu pädagogischen Aspekten und der Individualisierung des Lernens verlagert.

Die Vorteile des Web 2.0 (welches zwar nicht direkt mit Open Source in Verbindung steht, damit aber thematisch und von der Grundidee her durchaus verwandt ist) wurden auch in dieser Veranstaltung wieder betont. In Netzwerke und Bandbreiten zu investieren erscheint im Moment sinnvoller als langfristige Investitionen in Software-Lizenzen.

Die Umstellung der Pflichtschulen und den Support durch Ideen wie Desktop4Education und andere Open Source Software, die optimal auf die Verwendung an Schulen angepasst sind, stellte FI Mag. Heinz Zitz vor.

MR Dr. Reinhold Hawle hob den Europäischen Aspekt vor: hohe Lizenzkosten, die Schulwesen und Wirtschaft belasten, könnten durch vermehrten Einsatz von Open Source Produkten minimiert werden.

Mag. Walter Hermann stellte vermehrte Aktivitäten und Seminare zu Open Source seitens der PH Burgenland in Aussicht.

Den derzeit befürchteten Stolpersteinen bei der Verwendung von Open Source Software im Unterricht, wie z.B. mangelnder Kompatibitität mit kommerziellen Programmen oder ungenügendem Support bei technischen Problemen, stehen die Chance auf Minimierung der Kosten sowie Flexibilität und Idealismus seitens der Unterrichtenden und AnwenderInnen gegenüber.
In den Lehrplänen ist die Verwendung konkreter Software nicht vorgegeben – ein Grund mehr, Open Source Programme und die derzeit weitgehend kostenfreien Möglichkeiten des Web 2.0 für die Unterrichtsgestaltung zu nutzen – dazu ermutigt MR Dr. Dorninger im Zuge der Diskussion.


Die Workshops am Nachmittag vermittelten vertiefende Einblicke in die Möglichkeiten und Arbeitsweisen von Open Source Programmen wie Open Office, GIMP, Audacity oder verschiedenen Linux-Systemen. Informationsstände und Roadshow boten Möglichkeiten zum Ausprobieren und persönliche Beratung.

Wir gratulieren der PH Burgenland und der FH Burgenland zu dieser gelungenen Prämiere und ersten Kooperation und freuen uns auf weitere Veranstaltungen dieser Art.

Ruth Sattler







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21.02.2008